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Was ist Mobbing?

Teil 9: Schadensbegrenzung - Strategien zur Gegenwehr

Wer hat etwas bessere Karten?

Etwas leichter haben es Opfer, die über sehr gute Konfliktanalysefähigkeiten verfügen und auch gut Konflikte bewältigen können. Sie erkennen Mobbing schneller und können so früher intervenieren. Doch man kann daraus nicht den Umkehrschluss ziehen, dass die Opfer sozial inkompetent sind. Sie setzen sich spät zur Wehr, weil sie Mobbing erst spät (oder auch nicht) erkennen.

Verhindern können allerdings sozial kompetente Opfer nicht, dass sie gemobbt werden. Sie verfügen nur über aktive Bewältigungsstrategien und tun das, was für ihre Psychohygiene wichtig ist. Dazu gehört auch, zu erkennen, dass in diesem System, in dem sie (noch) eingebunden sind, die Täter die Macht haben und keine Sanktionen von Seiten der Geschäftsführung zu befürchten haben. Deswegen wollen sie nicht von dem Täter gemocht werden, nur damit er aufhört, sie lassen sich auch nicht auf einen aussichtslosen Machtkampf ein und versuchen auch nicht, um jeden Preis durchzuhalten. Sie wehren sich und wenn das nicht wirkt, suchen sie sich einen anderen Job. So zu handeln, rät übrigens auch der österreichische Mobbingforscher Dr. Christoph Seydl.

Direkte Gegenwehr

Die überwiegende Mehrheit der Mobbingopfer wehrt sich. Auch dieser im Mobbing-Report 2002 festgestellte Fakt widerlegt ein anderes Vorurteil gegenüber den von Mobbing betroffenen Menschen, dass diese „selbst daran schuld“ seien, weil sie angeblich aufgrund von zu großer Schüchternheit, zu großer Ängste und aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen nicht Manns oder Frau genug dazu seien, sich zu wehren. Die Wissenschaftler haben nämlich festgestellt, dass insbesondere in der Anfangsphase 87,3% der Gemobbten den Weg der direkten Gegenwehr gehen. Nur 12,7% der Opfer lassen sich die Mobbinghandlungen gefallen.

Die 5 häufigsten Strategien der direkten Gegenwehr sind die Folgenden:

1. Versuch einer Aussprache mit dem Täter74,3%
2. Massive verbale Gegenwehr53,3%
3. Befragung des Täters für die Gründe seines Verhaltens46,0%
4. Auffordern zur Unterlassung44,4%
5. Dem Täter Vorschläge zur Konfliktlösung anbieten35,6%

Die Auswahl dieser Gegenwehrstrategien zeigt, dass auch die den Mobbingopfern oft zugeschriebene mangelnde Verhandlungsbereitschaft, die angebliche Unfähigkeit, Kompromisse zu schließen und die Neigung, stets als Sieger aus der Situation hervorzutreten, ein empirisch widerlegtes Vorurteil ist. Die am häufigsten gewählten Strategien sind nämlich gut dazu geeignet, Konflikte zu lösen. Nur 9,4% der Befragten gaben an, keine Kompromissbereitschaft gezeigt zu haben, da sie sich im Recht fühlten.

Nicht kompromissfähig und verhandlungsbereit sind die Täter: Bei 83,1% der Gemobbten, die die direkte Auseinandersetzung mit dem Hauptmobber suchten, war sie nicht von Erfolg gekrönt. Das liegt daran, dass der Mobber an einer Lösung des Konflikts nicht interessiert ist und er Konflikte auch inszeniert, um einen Anlass zum mobben zu haben und seine Handlungen zu rechtfertigen. Damit konfrontiert, leugnen die meisten Täter, zu mobben oder sie unterstellen den Opfern, sie würden sich nur einbilden, gemobbt zu werden, was wiederum eine erneute Mobbinghandlung (Psychopathologisierung der Opfer) ist. Würde es sich um einen „normalen“ Konflikt handeln, dann wären beide Seiten an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.

Immerhin zeigt sich eine Minderheit der Täter einsichtig - 7,7% der Mobbingopfer gaben in der schriftlichen Befragung im Rahmen des Mobbingreports an, dass die Täter nach der Auseinandersetzung mit den Opfern ihre Mobbinghandlungen einstellten.





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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


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