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Was ist Mobbing?

Teil 11: Mit dem Mobbing umgehen - innere Bewältigungsstrategien

Da die Täter oft hartnäckig sind und weder die Interventionen von Unterstützern der Mobbingopfer innerhalb des Betriebs noch außerhalb des Betriebs bewirken, dass die Täter das Mobben einstellen, sind die Opfer auf innere Bewältigungsstrategien der belastenden Situation am Arbeitsplatz angewiesen.

Die Mehrheit der Gemobbten verwendet verdrängende Bewältigungsstrategien, z. B. Ignorieren der gesamten Situation (18,8%), sie konzentrieren sich besonders auf die Arbeit (18,5%), sie vermeiden den Kontakt mit dem Mobber (16,8%), sie versuchen, eine innere Stärke aufzubauen und sich einzureden, dass die Angriffe von Seiten der Mobber ihnen nichts anhaben können (11,3%), sie versuchen, die Situation „irgendwie“ zu ertragen (8,8%), laden ihre Batterien durch Sport und Freizeitaktivitäten auf (8,8%), strengen sich besonders an, um durch Leistung zu überzeugen (5,4%), entwickeln eine Abhängigkeit von Alkohol und/oder Medikamenten (5,3%) und lassen sich krank schreiben (4,8%).

Sport und Hobbys tragen sicher zur Work-Life-Balance bei, doch als alleinige Strategie, um Mobbing zu bewältigen, ist sie nicht ausreichend. In Selbstbetrug kann es ausarten, sich vorzustellen, innerlich so stark zu sein, dass man alle Angriffe der Welt ertragen könne, als habe man aufgehört, ein Mensch zu sein. Für eine Zeit lang funktioniert das und es gelingt, die seelischen Verletzungen aufgrund des Mobbings zu verdrängen. Manche Mobbingopfer denken nämlich, dass der Mobber das Interesse am Mobben verliert, wenn er keinerlei Reaktionen hervorruft und irgendwann von selbst damit aufhört, weil es ihn langweilt. Das ist Wunschdenken. Diese Bewältigungsstrategie führt nur dazu, dass der Mobber sich noch verletzendere Mobbinghandlungen ausdenkt. Auf gewisse Weise hat sich das Opfer auf einen stillen Machtkampf mit dem Täter eingelassen. Es denkt nämlich, dass es verloren hat, wenn es eine Reaktion zeigt. Damit tut es sich allerdings keinen Gefallen, denn andauernd Wut und Aggressionen zu verdrängen, ist ein starker Energieräuber. Den Energieverlust kann dann noch nicht einmal das exzessive Sport treiben ausgleichen.

Sich besonders am Arbeitsplatz anzustrengen, ist im Prinzip förderlich. Es ist auch eine gute Strategie, wenn sie mit aktiven Bewältigungsstrategien kombiniert wird. Manche Menschen, die gemobbt werden, denken, dass es ausreiche, Bestleistungen zu erbringen, die das Selbstwertgefühl stärken und sie auf diese Weise stärker als der Täter seien, sodass er sie nicht mehr verletzen könne. Auch diese Strategie kann nach hinten losgehen, wenn das Mobbing trotz Bestleistungen nicht aufhört und die Angriffe sich auch noch auf die Arbeitsleistung beziehen. Es besteht die Gefahr, dass das Mobbingopfer seine Leistungen immer noch nicht für gut genug hält und sich noch mehr anstrengt, bis es zum Workoholic geworden ist oder ein Burnout-Syndrom entwickelt. Sich krank schreiben zu lassen, kann hilfreich sein, um sich eine Auszeit zu verschaffen und es ist auch notwendig, weil die Mobbingopfer wirklich unter psychosomatischen Symptomen mit Krankheitswert leiden, sodass sie für Tage bis Wochen arbeitsunfähig sind.

Aktive innere Bewältigungsstrategien

Eine kleine Minderheit der Gemobbten hat aktive innere Bewältigungsstrategien angewandt, um mit dem Mobbing besser zurechtzukommen:

1. Beweise gesammelt,4,5%
2. sich abgegrenzt/Täter Grenzen gesetzt,3,8%
3. sich über Mobbing informiert,3,7%
4. Bewerbungen geschrieben,2,9%
5. sich in einer anderen Abteilung beworben,1,8%
6. Weiterbildung.0,3%

Diese Bewältigungsstrategien leisten einen wertvollen Beitrag dazu, dass die Gemobbten aus ihrer Opferrolle herauskommen und wieder ein Gefühl der Selbstwirksamkeit bekommen. Wer Beweise sammelt und ein Mobbingtagebuch führt, der hat die Chance dazu, den Täter zu verklagen. Die innere Abgrenzung vom Täter macht stark genug dazu, ihm Grenzen zu setzen. Wer sich über Mobbing informiert, erkennt, dass die Schikanen systematisch sind und er kann sich besser dagegen zur Wehr setzen, weil sein Selbstwertgefühl dadurch steigt, dass die Vorwürfe, fachlich und/oder sozial inkompetent zu sein, haltlos sind, da sie zur Mobbingstrategie gehören. Wer Bewerbungen schreibt, der hat die Chance, einen neuen und vielleicht sogar um Klassen besseren Job zu bekommen. In einem großen Unternehmen kann es sinnvoll sein, sich in einer anderen Abteilung zu bewerben, weil dort das Arbeitsklima besser ist und auch interessantere Aufgaben auf einen warten. Und wer sich weiterbildet, vergrößert ohnehin seine Chancen auf einen anspruchsvolleren und besser bezahlten Job. Außerdem verschafft die Weiterbildung nicht nur einen weiteren Horizont, sondern auch Erfolgserlebnisse und somit ein ausgeprägteres Selbstwertgefühl sowie innere Unabhängigkeit vom Urteil anderer.

Die Orientierung hin zu anderen Unternehmen verschafft dem Gemobbten auch den Vorteil, einer arbeitgeberseitigen Kündigung zuvorzukommen und dem Täter die Freude daran zu verderben, bewirkt zu haben, dass das Opfer wie ein räudiger Köter auf die Straße gesetzt wird. Es ist ein gutes Gefühl, hoch erhobenen Hauptes gegangen zu sein und sich nicht in sinnlosen Machtkämpfen aufgerieben zu haben, weil man auf jeden Fall durchhalten wollte.

Merken Sie sich eines: Der Täter hat nicht gewonnen. Es ist ein Pyrrhus-Sieg, denn er hat einen wertvollen Kollegen verloren. Da es im Leben ausgleichende Gerechtigkeit gibt und Mobbing auch die Täter treffen kann, bekommt er irgendwann einen neuen Kollegen, bei dem er seinen Meister gefunden hat.





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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


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