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Was ist Mobbing?

Teil 7: Motive und Täterpersönlichkeit

Interpretation der Ergebnisse

Kritik unerwünscht: Dieses Ergebnis zeigt, dass das Mobbingrisiko am größten ist, wenn man Kritik äußert - nicht einmal berechtigte und sachlich vorgetragene Kritik mit Verbesserungsvorschlägen schützt vor Mobbinghandlungen. Verkürzt ausgedrückt heißt das, dass Kritik als Majestätsbeleidigung und nicht als Chance für Innovationen aufgefasst wird - wer Kritik äußert, der wird gemobbt und dann gefeuert. Mit der Konfliktfähigkeit in deutschen Unternehmen ist es nicht zum Besten bestellt, was durch diese Studie empirisch belegt wird.

Konkurrenz unerwünscht: Das zweithäufigste Motiv der Täter ist es, sich illegitimer Mittel im Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz zu bedienen. Das spätere Opfer wird als unliebsame, gefährliche Konkurrenz empfunden. Der Täter befürchtet, den Kürzeren zu ziehen, wenn er fair kämpfen würde. Oft waren die Mobbingopfer, bevor sie Mobbinghandlungen ausgesetzt waren, besonders erfolgreich im Unternehmen oder in der Organisation. Manche der Betroffenen sagen: „Zuerst haben sie mich hofiert und dann wie eine heiße Kartoffel fallen lassen.“

Missgünstige Menschen tendieren eher dazu, andere zu mobben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass von den Betroffenen als dritthäufigstes Motiv des Täters Neid genannt wird. Die Täter wollen nicht täglich einen Menschen präsentiert bekommen, der fachlich und sozial kompetenter und auch noch attraktiver ist, weil sie oft mit sich selbst nicht zufrieden sind. Wer mit sich selbst in vielen Bereichen einverstanden ist und keine Selbstwertproblematik aufweist, der nutzt Neid als Ansporn, um an sich zu arbeiten, gönnt aber dem Menschen, auf den er neidisch ist, seine Erfolge. Bei Mobbingtätern schlägt Neid in Missgunst um und nicht nur das - derjenige, der die vermeintlich tollere Persönlichkeit mit dem besseren Leben ist, muss weg. Ihm muss es schlechter gehen, was durch die Mobbinghandlungen ja gewährleistet ist. Daraus zieht der Täter seinen emotionalen Gewinn - auf Kosten des Opfers fühlt er sich besser.

Ein ungelöster Konflikt zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten kann zu Bossing führen. Dies kommt als Mobbingmotiv am vierthäufigsten vor. Da außer fachlicher Kompetenz bei Führungskräften soziale Kompetenz zwar erwünscht ist, doch das ausschlaggebende Kriterium für die Einstellung von Führungskräften in der Praxis nach wie vor die fachliche Qualifikation ist, weisen viele Führungskräfte eine mangelnde Qualifikation im Konfliktmanagement auf. Ihr bevorzugtes Metaprogramm in der Konfliktbewältigung ist die Gegenwendung. Sie streben danach, den Kontrahenten zu besiegen, wobei sie nicht vor illegitimen Mitteln zurückschrecken. Leider wird das positiv als Durchsetzungsfähigkeit umgedeutet - derjenige, der so handelt, gilt sogar aufgrund seiner „Durchsetzungsfähigkeit“ als sozial kompetent.

Wer sehr leistungsfähig und hoch motiviert am Arbeitsplatz ist, während die meisten Kollegen innerlich gekündigt haben und Dienst nach Vorschrift schieben, läuft auch Gefahr, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, obwohl er nach objektiven Kriterien alles richtig macht. Die Täter können Kollegen sein, die Angst haben, dass sie nun ebensoviel wie der leistungsfähige Kollege schaffen müssen und sich am Arbeitsplatz „keinen Lenz mehr“ machen dürfen. Darüber hinaus können auch Vorgesetzte zu Tätern werden, die sich dem leistungsfähigeren unterstellten Mitarbeiter unterlegen fühlen und befürchten, dass er ihren Platz einnehmen möchte. Da es in der Praxis vorkommt, dass in Unternehmen manche ihren hochdotierten Job aufgrund von Ämterpatronage und nicht aufgrund ihrer guten Qualifikation bekommen haben, ist es zwangsläufig so, dass sie später Konkurrenz von unten bekommen. Sie werden zu Vorgesetzten von Mitarbeitern, die qualifizierter als sie selbst sind, was in ihrem Wertesystem überhaupt nicht geht. Der „Untergebene“ darf einfach nicht mehr können als der „Chef“. Außerdem könnte es sein, dass dieser Überflieger Missstände aufdeckt, für die der Vorgesetzte die Verantwortung trägt. Aus Sicht des Täters muss das unter allen Umständen verhindert werden.

Fazit: Aufgrund dieser Ergebnisse ist es nahe liegend, den Schluss zu ziehen, dass die Täter in der Konfliktbewältigung, im Umgang mit Angst, in der Selbstakzeptanz und in der Bereitschaft, an sich zu arbeiten, starke Defizite aufweisen. Selbstbewusste Menschen setzen Macht verantwortungsvoll ein, während Menschen mit narzisstischen Problemen sie missbrauchen.

Der österreichische Mobbingforscher Dr. Christoph Seydl hat Folgendes festgestellt: „Im Rahmen meines Forschungsprojektes zeigte sich, dass gerade die leistungsfeindlicher gesinnten Personen eher zu Mobbing neigen. Mobbing wird also offensichtlich als Karrierestrategie eingesetzt, um Kolleg(innen) mit größerer Leistungsbereitschaft auszubremsen.“





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Ute Albrecht
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