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Was ist Mobbing?

Teil 8: Sind die Opfer selbst Schuld?

Wer ist gefährdet?

Frauen, Auszubildende und ältere Arbeitnehmer trifft es häufiger als den Durchschnitt, was in der Mobbing-Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin „Wenn aus Kollegen Feinde werden“ festgestellt wird. Laut des Mobbing-Reports 2002 des gleichen Urhebers werden Männer zu 18,3% von Frauen und zu 81,7% von Männern gemobbt. Frauen werden zu 57,1% von Frauen und zu 42,9% von Männern gemobbt. Das bedeutet, dass Männer besonders von ihren Geschlechtsgenossen gemobbt werden, während weibliche Mobbingopfer beide Geschlechter gegen sich haben.

Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass die von Mobbing Betroffenen aufgrund ihrer Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale die volle Verantwortung dafür tragen, zum Mobbingopfer geworden zu sein. Dadurch werden die Täter auf Kosten der Opfer entlastet. Leider ist dieses Vorurteil auch in der Beraterbranche verbreitet. Das wird allerdings empirisch im Mobbing-Report widerlegt: „Typische Mobbingopfer gibt es [...] nicht, was alle bisherigen wissenschaftlichen Analysen nachweisen konnten. Es gibt auch kein generelles Verhaltensmuster, das davor schützt, von Mobbing betroffen zu werden.

Die Opfer werden bestraft anstatt die Täter

Das Vorurteil, jemand werde gemobbt, weil er sich „komisch“ verhalte und einfach fachlich und sozial inkompetent sei, hält sich deswegen so hartnäckig, weil Ursache und Wirkung verwechselt werden. Mobbinghandlungen bewirken Schäden an der psychischen und körperlichen Gesundheit der Opfer, und das „absonderliche Verhalten“ der Opfer ist somit eine Folge des Psychoterrors und nicht die Ursache. Außerdem ist es in den Unternehmen und Organisationen gängige Praxis, dass die Opfer und nicht die Täter bestraft werden. In nur 19,3% der Fälle werden Sanktionen gegen die Täter verhängt (Versetzung 11,1%, Kündigung 8,2%). Das Signal ist eindeutig - Mobbing wird als Kavaliersdelikt betrachtet. Wer Sanktionen in Form von Abmahnungen, schlechten Arbeitszeugnissen und arbeitgeberseitigen Kündigungen erhält, das sind die Opfer. Es ist so, als würden sie dafür bestraft, Opfer von Mobbinghandlungen geworden zu sein, was auch dazu beiträgt, dass das Image von Mobbingopfern negativ ist.

Diese Erfahrungen machen ehemalige Mobbingopfer bei der Jobsuche - wenn sie in Vorstellungsgesprächen danach gefragt werden, warum sie nur so kurz im Betrieb beschäftigt gewesen seien oder warum ihr letztes Arbeitszeugnis so schlecht ausgefallen sei und sie ehrlich sagen, dass dies in den Mobbinghandlungen von Seiten des Vorgesetzten begründet sei und diese Handlungsweise in diesem Betrieb üblich sei, dann wird das intern von Personalern als Ausrede gewertet und so getan, als weise der Bewerber fachliche und persönliche Defizite auf, würde nicht genügend an sich arbeiten wollen und sei nicht selbstkritisch genug. Natürlich könne er deswegen leider nicht eingestellt werden. Also folgt die „bedauernde“ Absage.

Karriereberater raten davon ab, negativ über den ehemaligen Arbeitgeber zu reden oder gar zuzugeben, gemobbt worden zu sein. Auch ich gehöre dazu. Gerne rate ich dazu nicht, weil ich es ungerecht finde, dass Mobbingopfern Stempel des Versagens aufgedrückt wird und sich so die Vorurteile verfestigen. Doch auf der anderen Seite helfen diese Tipps dem Betroffenen, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Aus pragmatischer Sicht ist es so, dass dem Bewerber mit den negativen Erfahrungen ja nicht durch jahrelangen Hartz-IV-Bezug geholfen ist, denn auch in den Jobcentern gibt es Mitarbeiter, die dazu neigen, die Hilfebedürftigen zu schikanieren.





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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


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