Selbstsabotage bei der Jobsuche

Teil 4: Zerstreuen Sie die Vorurteile

Das funktioniert am besten, indem man nicht blindlings draufschlägt und dem Personaler
zu verstehen gibt, dass er keine Ahnung von der Personalauswahl hat und Hochschulab-
solventen diskriminiert, sondern indem man seine Befürchtungen ernst nimmt. Für man-
che Jobs braucht man Erfahrungswissen, das man in der Uni nicht bekommt.

Personalverantwortliche befürchten zu Recht, dass ein Bewerber, der frisch von der Uni
kommt, aber sich gleich für eine Führungsposition bewirbt, ohne zu wissen, wie man mit
rangniedrigeren Mitarbeitern umgeht, als junge Führungskraft versagt, weil ältere Mit-
arbeiter es „dem jungen arroganten Schnösel von der Uni“ mal zeigen wollen. Auf Grund
ihrer Erfahrung wissen sie, dass es bei dieser Konstellation zu Spannungen im Betrieb
kommt, sodass der Erfolg von Projekten gefährdet wird. Es gehört viel Fingerspitzenge-
fühl und Erfahrung im Krisenmanagement dazu, um diese schwierige Beziehung zu den
unterstellten Mitarbeitern zu meistern. Das können die meisten Absolventen noch nicht.

Es ist also klüger, sich Stellen auszusuchen, in denen man ähnliche Aufgaben bekommt,
die man schon im Praktikum erfolgreich gelöst hat. Hat man noch kein Praktikum vorzu-
weisen, dann gelingt der Einstieg in den Beruf über ein Praktikum oder über die Teilnah-
me an einem Traineeprogramm. Erfolg versprechend ist auch die Kombination der Diplom-
arbeit mit einem 6-monatigen Praktikum. Durch diese Aktivitäten führt man als Bewerber
das Argument der fehlenden Berufserfahrung ad absurdum, sodass man seine Erfolge
auch selbstbewusst präsentieren kann.

Selbstbewusste Bewerber treten übrigens wie ein Macher und nicht wie ein Gelegenheiten-
Bekommer auf und sind dadurch bei Arbeitgebern wohlgelitten. Im öffentlichen Dienst sollte
man seine Macherqualitäten nicht allzusehr heraushängen lassen, weil es dort unüblich ist,
auch nur einen Millimeter über die Tätigkeitsbeschreibung nach dem BAT hinauszugehen.
„Dafür sind Sie nicht zuständig!“ ist ein häufiger Vorwurf, den sich eifrige Berufsanfänger
anhören müssen.

Jetzt möchten Sie wissen, wie Sie denn die restlichen 14 (vermeintlichen) Personaler-
vorurteile zerstreuen können? Ganz prima dafür eignet sich mein Vorurteilzerstreuungs-
Kartenspiel. Nutzer meiner Services erhalten es kostenlos.

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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin

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