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Chancenkiller soziale Isolation, Teil 3

Wer was macht, hat Macht

Klingt ganz schön frech, oder? Auf das Privatleben übertragen bedeutet das, dass man auch mit geringem Einkommen sinnvollen Freizeitbeschäftigungen frönen und somit Gelegenheiten nutzen kann, Kontakte zu knüpfen. Sie sind zwar in Vergessenheit geraten, da man sich an den höheren Lebensstandard gewöhnte und sich gegen Bezahlung bespaßen ließ, anstatt selbst kreativ zu werden. Doch man kann sie reaktivieren.

Nach so viel Provokation und unbequemen Botschaften habe ich eine gute Nachricht für Sie: So stark brauchen Sie Ihren Lebensstil nicht zu verändern. Überlegen Sie erst einmal, welche Freizeitbeschäftigungen Ihnen am meisten Spaß machen und worauf Sie nie verzichten würden. Das schreiben Sie sich auf. Dann denken Sie über die Low-Budget-Version dieser Aktivitäten nach.

Pia hat das getan. Als sie noch ihren gutbezahlten Job hatte, ging sie regelmäßig ins Fitnessstudio und gönnte sich nach dem Sport mit ihren Kolleginnen einen Restaurantbesuch. Als Leseratte gab sie auch ziemlich viel Geld für Bücher aus. Bei den Partys, die sie gab, schaute sie ebenso wenig auf den Euro wie bei den Geschenken, die sie ihren Lieben machte. Sie hatte einen guten Geschmack, der auch etwas teurer sein durfte. Nur Markenklamotten ließ sie an ihren Körper. Und Schuhe unter 200 EUR kamen ohnehin nicht infrage, da könne sie ja gleich mit Gummistiefeln losziehen.

Nun fand sie beim Suchen nach Alternativen für den kleinen Geldbeutel heraus, dass sie sehr vieles beibehalten kann.

Pias Selbstgespräch

Pia spricht manchmal mit sich selbst. Neudeutsch kann man das auch Selbstcoaching nennen. Sie spricht sich Mut zu: „Ich kann doch mit dem Nachbarn Fahrrad fahren und ein Picknick machen. Etwas im Kühlschrank hat ja jeder. Und eine Party schmeißen kann ich auch. Dann nimmt halt jeder Gast die Reste aus seinem Kühlschrank, strengt mal ein bisschen seinen Geist an und wir kochen zusammen ein kreatives Gericht.

Mirja Boes hat übrigens in einer Talk-Show mal erzählt, dass sie von ihrem Vater Kochen gelernt hat. Ihr Lieblingsessen war ‚Reste mit einer tollen Sauce und Nudeln’. Das habe ihr total lecker geschmeckt.

Wenn ich mal mit der Ex-Kollegin Shoppen gehe, dann bedeutet das noch lange nicht, dass ich dabei mithalten muss wie früher, nur weil sie so ein Alpha-Tier geheiratet hat, auf dessen Kreditkarte sie ihrem Kaufrausch frönen kann. Frau kann durchaus auch coole Klamotten anprobieren, ohne sie zu kaufen, sich den Schnitt merken, sie nachschneidern und mit einer persönlichen Note versehen. Es gibt ja die Möglichkeit, es so zu deuten, von der Ex-Kollegin nur aus Mitleid mitgenommen zu werden. Dann habe ich ja gleich eine Anleitung zum Unglücklichsein. Es gibt aber auch eine andere Interpretationsmöglichkeit: ‚Katrin braucht mich als stilsichere Beraterin, damit sie nicht so teure wie skurrile Klamotten kauft und sich damit völlig blamiert. Und ich gönne ihr den Spaß, sich neu einzukleiden. Ich schneidere meine Outfits selbst, denn das kann längst nicht jeder, aber ich kann es. Ich hab mich nur aus vermeintlichem Zeitmangel schon lange nicht mehr an meine Nähmaschine gesetzt.’

Nicht einmal auf meine geliebten Bücher muss ich verzichten - wozu gibt es denn die Stadtbücherei? Was hielt mich eigentlich davon ab, da mal hinzugehen? Wenn ich recht überlege: nichts. Also werde ich mir heute noch einen Leserausweis besorgen. Für Kultur sorge ich selbst. Ich gehe zur Freiwilligenagentur und suche MitstreiterInnen für ein literarisches Quartett und ich schwöre - ich bin besser als Literaturpabst Marcel Reich-Ranicki! Wenn nicht, macht das auch nichts, dann haben wir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und Diskutieren über Literatur. Vielleicht schreiben wir zusammen sogar einen Roman und der wird ein Bestseller!“

Pia hat das Selbstgespräch sehr gut getan. Nun fühlt sie sich nicht mehr wie eine Hartz-IV-Loserin, sondern wie eine Powerfrau.

Kann soziales Engagement ein Energiespender sein oder macht man sich damit zum Horst? Lesen Sie mehr dazu in Teil 4.



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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


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