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Leidenschaft im Job - förderlich oder schädlich?

Die dpa bringt nicht nur Nachrichten, sondern auch Ratgeberartikel zum Thema Job und Karriere wie z. B. den, der am 15.05.2017 auf T-Online.de erschienen ist. „Frust statt Lust“ heißt es da und fast schon drohend kommt die Subheadline „Wie Ihnen Leidenschaft im Job schaden kann“ herüber. So etwas kann schon verunsichern. Darf ich überhaupt noch für meinen Job brennen und richtig Spaß an ihm haben oder bin ich dann der nächste, der mit einem Burnout in der Ecke liegt? Muss ich mich vielleicht sogar schuldig fühlen, weil ich nicht achtsam genug mit mir umgehe und meine Work-Life-Balance nicht mehr stimmt? Manche Karriere-Coachs scheinen das so zu sehen. Im Interview gaben sie folgende Statements dazu ab: „Brennen, das hat etwas Unkontrollierbares“ und „Da ist auch die Gefahr groß, auszubrennen - Stichwort Burnout. [...] Wer aber vor lauter Leidenschaft für den Job zum Beispiel den Partner, Freunde oder die Familie vernachlässigt, werde das über kurz oder lang wahrscheinlich als Belastung erleben.“ Das erscheint zunächst plausibel, wenn man beim Thema Leidenschaft das Bild von einem Menschen im Kopf hat, dessen Leben zu 100% aus Karriere und zu 0% aus Freizeitgestaltung besteht. Allerdings kommen da Fragen auf. Liegt es wirklich an der Leidenschaft, wenn jemand sich zum Workaholic entwickelt oder hat das andere Ursachen? Könnte es nicht auch sein, dass der Workaholic Probleme im Privatleben hat, die er als unlösbar und überfordernd empfindet und vor denen er flieht, indem er sich exzessiv in die Arbeit stürzt?

Ich habe ein anderes Bild im Kopf, wenn ich über das Thema Leidenschaft im Job nachdenke. Mir kommt spontan Angelika Hansen aus Bremerhaven in den Sinn, die die RubberBÜX erfand und sich traute, sich bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben, um einen Investoren für ihre Firma zu finden. Nach einem Burnout startete sie mit 50 jahren noch mal durch. Da ihr Sohn Robert ein leidenschaftlicher Festivalgänger ist, doch es bei diesen Events gern mal regnet, sodass die Leute nach dem Festival so aussehen, als seien sie beim Schlammcatchen gewesen und die Sachen danach entsorgt werden müssen, kam sie auf eine zündende Idee. Sie entwarf eine coole Partylatzhose, die auch Starkregen aushalten kann und mit der die Leute in Wacken so richtig abrocken können. Sie fand heraus, dass es 4 Millionen Festivalbesucher gibt und dass noch kein einziger außer ihr auf die Idee gekommen ist, diese Leute vernünftig auszustatten. Ohne einen Auftrag zu haben, ließ sie 2500 Partyhosen produzieren, leaste einen 7-Tonner LKW, da sie den mit ihrem alten Führerschein fahren durfte und machte sich auf nach Scheeßel. Am Tag des Festivals dort erfuhr sie von der Spedition, dass ihre Hosen nicht geliefert werden können. Die Story erzählte sie den Löwen so: „Dann erzählte mir die Spedition, dass sie nicht liefern kann. Ich: ‚Wo sind die Hosen?’ - ‚In Bremen.’ Ich in den LKW und dahingedüst, die Hosen rein und direkt zum Festival. Da waren 10.000, 20.000, 30.000 Leute! Dachte: ‚Wo kommen die denn alle her?!’ Die kamen mit Zelten, Bollerwagen und Musikanlage und das Wetter war schön. Dachte ich mir noch: ‚Ein bisschen Regen wäre nicht schlecht.’ Und dann gerieten wir in einen Hurrican. Wir durften nicht mehr verkaufen und mussten alles dicht machen. Trotzdem habe ich da meine ersten 11 Hosen verkauft, die Leute klopften und sahen die Hosen, meinten ‚Die sind ja cool!’, doch dann wurde kontrolliert und wir bekamen gesagt, dass wir nicht verkaufen dürfen. Ich kam auch nicht mehr weg, weil ich mit dem LKW im Wasser stand. Am nächsten Tag hat mich ein Trecker herausgezogen“.

Wer Angelika Hansen bei der Präsentation ihrer RubberBÜX vor den Löwen gesehen hat, wird nie mehr auf die Idee kommen, dass die Norddeutschen dröge und maulfaule Leute sind. Angelika Hansens Auftritt war weltklasse, sie hüpfte in ihrer RubberBÜX herum wie eine 20-Jährige, sprühte vor Begeisterung und spielte ihre ganzen Erlebnisse in Scheeßel vor wie Standup Comedy vom Feinsten. Gebeten hat sie die Löwen um bescheidene 20.000 EUR, um ihre neu gegründete Firma nach vorne zu bringen. Spätestens, als sie die LKW Story erzählte, hatte sie Löwin Judith Williams auf ihrer seite und auch Dagmar Wöhrl war von ihrer Power begeistert. Normalerweise investieren die Löwen nicht in Nischenprodukte. Angelika Hansen hat es mit ihrer Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit und ihrer beherzten Art, mit Schwierigkeiten umzugehen, geschafft, den Deal mit Judith Williams und Dagmar Wöhrl zu machen. Die 20.000 EUR bekam sie und im Gegenzug wollten die Löwinnen 51% ihrer Firma. Zusätzlich sollte pro verkaufter RubberBÜX ein bestimmter Prozentsatz als Spende an eine gemeinnützige Organisation gehen, die Frauen unterstützt. Angelika Hansen musste nicht lange überlegen und nahm den Deal an. Sie wandte sich an die Zuschauer: „Ich kann nur sagen: Wer ’ne Idee hat, herkommen, mitmachen!“



Ist die Leidenschaft wirklich das Problem?

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Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


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