![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Studieren für den Ein-EUR-Job? Teil 2: Studierende als Kunden Alleine die Tatsache, dass mit der Einführung der Studiengebühren aus Studenten Kunden werden, bietet eine gute Chance dazu, dass sich die Universitäten und Fachhochschulen bewegen und ihre verkrusteten Strukturen aufbrechen. Die Studentenproteste sind ja dadurch entstanden, dass diese täglich die harte Realität an den Hochschulen erleben: Beamtenmentalität der Professoren, Frontalunterricht, überfüllte Seminare, mies ausgestattete Bibliotheken (bis zu 40 Studenten teilen sich ein Buch), die Vermittlung von praxisfernem Wissen und fehlende Berufsorientierung. Die Angst der Studierenden ist es, für diese miesen Leistungen auch noch bezahlen zu müssen. Sie fühlen sich so schlecht auf den Beruf vorbereitet, sodass sie schon einkalkulieren, dass sie nach ihrem Studium einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen müssen und ihnen die Arbeitslosigkeit länger treu bleibt. Ohne Reformen nutzen die Studiengebühren nichts Wer allerdings unabhängig von seiner Leistung mit zunehmendem Alter eine höhere Vergütung bekommt und als Beamter unkündbar ist, der sieht es nicht ein, dass er sich mehr anstrengen muss, als es unbedingt nötig ist. Er hat sich im Elfenbeinturm Universität eingerichtet. Studierende und ihre Bedürfnisse, Neuerungen und die Erfordernisse des Arbeitsmarkts stören da nur. Ausländische Studenten erleben einen regelrechten Kulturschock, wenn sie als Austauschstudent eine deutsche Universität besuchen, besonders, wenn sie aus den USA kommen. An einer durchschnittlichen deutschen Universität ist es üblich, dass ein Student drei Wochen warten muss, bis er in die Sprechstunde eines Professors kommen kann, wenn er fachliche Probleme oder sogar eine Idee für ein neues Seminar hat. Wehe, der Student klopft an die Tür, ohne einen Termin zu haben. Das grenzt an Majestätsbeleidigung und der unbedarfte Student wird angepampt. Er solle sich gefälligst an die Sekretärin wenden und sich einen Termin geben lassen. In den USA läuft das viel unbürokratischer. Wenn Studierende dort ein Problem haben, dann ist es selbstverständlich, dass der Professor hilft. Manche laden ihre Studenten sogar nach Hause zum Essen ein und niemand findet etwas Besonderes dabei. In Deutschland wäre das unvorstellbar. |