![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | ![]() Bewerbungshelferin Ute Albrecht in Radio 100,6 Wer hätte gedacht, dass man auch an einem Sonntagvormittag etwas für seine Karriere tun kann. Am 16.02.2003 war es soweit - die Moderatorin Gaby Schulz interviewte Ute Albrecht und jeder, der Radio 100,6 empfangen kann, wurde seine drängenden Fragen in Sachen Jobsuche los. Die Moderatorin fragte mich, welche Fehler bei schriftlichen Bewerbungen am häufigsten gemacht werden. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich, dass sehr viele Bewerber ihren Bewerbungsbrief an Sehr geehrte Damen und Herren wenden und sich einfach nicht trauen, im Unternehmen nach dem richtigen Ansprechpartner zu fragen. Mit Rücksicht auf die Sendezeit verzichtete ich darauf, etwas wie: Dabei tut das Telefonieren nicht weh, es macht nicht dick, man bekommt davon keine Pickel und es kommt auch keine Hand aus dem Telefonhörer, die den armen Bewerber erwürgt zu antworten. Dann gibt es noch zwei Typen von Bewerbern. Die einen schreiben so etwas wie: Ich erfülle Ihr Anforderungsprofil und bewerbe ich mich deshalb um die Stelle als .... Andere beginnen wortreich, sich zu erklären: Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige in der ... Zeitung gelesen und bewerbe mich hiermit um die Stelle als ... Der erste Satz ist immer der schwierigste. Bewerber wollen ein Anschreiben hinbekommen, das bei Personalern Neugier erweckt, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen à la Ich bin der richtige Mann für den Job. Nehmen Sie mich, denn einen Besseren können Sie nicht finden. Es ist am cleversten, genau auf die Wünsche des Stellenanbieters einzugehen und konkret darzulegen, inwiefern man den Erwartungen des zukünftigen Arbeitgebers entspricht. Als Eselsbrücke hilft dabei das Muster Sie suchen - ich biete ... Wie man es denn im Lebenslauf vermasseln könne, wollte mir Gaby Schulze für ihre Hörer noch entlocken. Manche Bewerber machen in ihrem Lebenslauf statt monatsgenaue Angaben nur jahresgenaue Angaben. Das macht die Leute aus dem HR-Management immer misstrauisch. Der Bewerber hat etwas zu verbergen! Was hat er denn z. B. in der Zeit vom März 2002 bis zum Dezember 2002 getan? Andere Bewerber verbergen Zeiten der Erwerbslosigkeit und berichten nur von ihren Jobs. Wieder andere haben in Bewerbungsratgebern gelesen, dass man heutzutage keine Lücken im Lebenslauf haben darf. Es sei doch in diesen Zeiten nicht so schlimm, mal arbeitslos zu sein und das könne man doch ruhig zugeben. Da Autoren von Bewerbungsratgebern ordentliche Menschen sind, teilen sie alles in Rubriken ein. Sie raten Bewerbern sogar dazu, eine Extra-Rubrik für Zeiten der Erwerbslosigkeit einzurichten! Otto Normalbewerber käme nicht auf manche verwegenen Ideen, wenn er keine Bewerbungsbibeln von Bewerbungspäbsten lesen würde! Diese Bewerber nehmen sich das zu Herzen und schreiben säuberlich auf, wann sie arbeitslos waren. Arbeitslos ist ein Killerwort und eine glatte Aufforderung zur Absage. Das machte ich unmissverständlich klar und sagte, dass Bewerber dafür sorgen sollten, dass sie auch dann etwas tun, wenn sie keinen Job haben, z. B. sich weiterbilden oder sich sozial engagieren. Sie sollten sich auch trauen, das in den Lebenslauf zu schreiben und nicht denken, dass das für den Job nicht wichtig sei. Aktive Erwerbslose kommen immer besser an als diejenigen, die sich nach der Kündigung beleidigt ins Schneckenhaus zurückziehen. Das sollte fürs Erste reichen, denn fetzige Musik will natürlich auch vorgestellt werden, damits nicht oberlehrerhaft uncool wird. |