![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Eingliederungszuschüsse im Anschreiben nennen? Teil 3: Mitnahmeeffekte bei Arbeitgebern Es gibt Arbeitgeber, die der Meinung sind, dass sie Arbeitnehmer nicht angemessen zu entlohnen brauchen. Sie scheinen generell ihre Mitarbeiter als Menschen zu betrachten, die sie mit ihren Lohnforderungen aussaugen. Nachts plagen sie Alpträume über Mitbewerber, die billiger als sie selbst sein könnten. Sie haben die Einstellung, dass sie bei niedrigeren Löhnen Arbeitsplätze schaffen können. Die Einstellung von Mitarbeitern ist für sie nicht Business as usual; eine ziemlich rationale Angelegenheit, um Aufträge abarbeiten zu können, sondern eine Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit als der großzügige Chancengeber darzustellen, der sich eines Arbeitslosen erbarmt. Manchmal trifft er sogar die Entscheidung, sich von langjährigen älteren Mitarbeitern zu trennen, da sie zu teuer geworden seien, um sie durch Arbeitslose zu ersetzen, für die die Arbeitsagentur den Eingliederungszuschuss zahlt. Ihre Geschäftspolitik richten sie auf staatliche Transferleistungen aus. Deswegen lassen sie sich ja auf die Angebote der örtlichen Agentur für Arbeit überhaupt ein, deren Arbeitsvermittler und Fallmanager bei ihnen Klinken putzen, um ihre Pflegefälle loszuwerden. Es besteht ein gemeinsamer Deal: Der Unternehmer spart 50% der Lohnkosten und die Agentur für Arbeit kann bessere Arbeitslosenstatistiken vorlegen. Die betroffenen Arbeitnehmer werden nach dem Auslaufen des Eingliederungszuschusses wieder freigesetzt. Vorsicht vor Chancengebern Hören Sie sich im Bekanntenkreis um, wer als Arbeitnehmer mit dem Eingliederungszuschuss schlechte Erfahrungen gemacht hat. Notieren Sie sich die Namen der Unternehmen, die eine solche merkwürdige Personalpolitik betreiben. Erstens sind diese Unternehmen nicht besonders erfolgreich, zweitens ist infolge dessen das Betriebsklima sehr schlecht und drittens besteht die Gefahr, dass Sie Ihren Lebenslauf mit einer kurz befristeten Stelle anreichern, für die Sie sich bei Ihren nächsten Bewerbungen rechtfertigen müssen. Ein echtes Interesse an Ihrer beruflichen Perspektive von Seiten solcher Unternehmen besteht nämlich nicht. Erfolgreiche Unternehmen fördern ihre Mitarbeiter Sie lassen sich nicht von der Agentur für Arbeit mit Zuschüssen ködern, sondern sie richten ihre Personalpolitik an ihrer Auftragslage aus. Sie schaffen Perspektiven für ihre Mitarbeiter und nutzen deren Innovationskraft. Anstatt starrer hierarchischer Strukturen herrschen flache Hierarchien und ein kooperativer Führungsstil. Informationen fließen in alle Richtungen und nicht nur tröpfchenweise von oben nach unten. Information wird als Werkzeug angesehen, mit dem die Mitarbeiter ihre Aufgaben zum Wohl des Kunden lösen können und nicht als Herrschaftsinstrument, um die Mitarbeiter in Schach zu halten. Recherchieren Sie nach solchen Unternehmen. Führen Sie auch ruhig mal ein Informationsgespräch am Rande einer Messe. Sie müssen sich ja nicht unbedingt als Jobsuchender outen. Tun Sie so, als suche die Tochter eines Ihrer Bekannten einen Praktikumsplatz und Sie hätten ihr versprochen, sich auf der Messe für sie umzuhören. Im Idealfall ergibt sich sogar für Sie beide die Möglichkeit, in diesem Unternehmen anzufangen. Bereiten Sie eine Liste der Fragen vor, die für Ihre Entscheidung relevant sind, sich dieses Unternehmen als Arbeitgeber auszusuchen. Nicht nur Personaler suchen sich die besten Bewerber aus, auch Sie als Bewerber können sich die besten Unternehmen aussuchen. Nutzen Sie Ihre Zeit Als Bezieher des Arbeitslosengeldes I fallen Sie noch nicht unter die verschärften Zumutungsbestimmungen zur Arbeitsaufnahme. Sie müssen noch nicht jeden Job annehmen. Nutzen Sie diese Zeit, um sich Ihre Zielunternehmen auszusuchen. Schreiben Sie Initiativbewerbungen und suchen Sie sich Fürsprecher. Das können Bekannte oder sogar ehemalige Vorgesetzte sein, die sich beruflich weiterentwickelt haben und in einem der Unternehmen arbeiten, bei denen Sie sich bewerben wollen. Auf diese Weise haben Sie die Chance, Hartz IV zu entgehen und auch einem eifrigen Fallmanager auszuweichen, der mit dem Eingliederungszuschuss bei Unternehmen wedelt, die auf Staatsknete aus sind und Sie dort wie Sauerbier anbietet. Sollte Sie nun doch Hartz IV schon treffen, dann müssen Sie solche Jobs akzeptieren. Geben Sie sich aber damit nicht zufrieden. Auf der einen Seite ist es ja recht bequem, von seinem Fallmanager Arbeit zugewiesen zu bekommen. Andererseits leben Sie aber viel selbstbestimmter, wenn Sie sich Ihre Arbeitgeber selbst aussuchen. Nehmen Sie den Ladenhüterjob mit Humor und bewerben Sie sich weiter. |