Authentizität = Karrierekiller?

Authentisch bewerben? Oder lieber nicht? Was ist denn nun richtig? Und wie soll dieses authentische Bewerben überhaupt gehen?

Manche Bewerbungsberater im Internet vergleichen es mit Eis, das man sich aus Ungeschicklichkeit auf die Hand gekleckert hat. Es schmilzt und man versaut sich damit die gute Hose, wenn man keine Gelegenheit dazu hat, sich die Hände zu waschen und die Taschentücher zu Hause vergaß.

Authentisch sein bedeutet, sich so anzuerkennen, wie Sie gestrickt sind und das zu sagen, was Sie auch denken. Im privaten Bereich ist das vollkommen ok und Sie können Ihr ungeschminktes Ich zeigen.

Bei formelleren Anlässen polieren Sie Ihr Ego mit gutem Benehmen auf und entwickeln ein Gespür dafür, was Sie welcher Person sagen können und was Sie lieber verschweigen, um ihre Gefühle nicht zu verletzen. Authentisch sind Sie aber noch immer, denn Sie haben Ihr flegelhaftes und unverschämtes Ego vorübergehend in den Urlaub geschickt. Herr A. ist auf eine andere Art und Weise höflich als Frau W.

Beim Bewerben schickt man nun wieder sein privates Ich in den Urlaub und sein berufliches auf die Jobsuche. Das berufliche Ich kann sich vollkommen vom privaten unterscheiden. Eine Frau kann im Job durchaus straight und tough sein, aber zu Hause bei ihrem Ehemann überaus sanftmütig und völlig unemanzipiert.


Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin

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Persönlichkeit - was ist das? Lesen Sie Teil 2.

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