Aktionstag für Ausbildungsplätze in Osnabrück, Teil 2

Auch ein Bundesminister gerät mal ins Schwitzen: Acht Osnabrücker Schüler fühlten ihm auf den Zahn. Aufgeweckte Schüler können mitunter ganz schön harte Fragen stellen... Und manche Hauptschullehrerinnen teilen nicht die Meinung des Ministers, dass die Ausbildungssituation in Osnabrück doch ganz gut sei. Gutwillig ist er ja, unser Bundeswirtschaftsminister. Wenn es mit dem Ausbildungsplatz nun überhaupt nicht klappe, dann sollten die betreffenden Schüler ihm einen netten Brief schreiben und er werde dann sehen, was er tun könne. Auf den Gesichtern der Schüler war abzulesen, dass sie das für so realistisch wie den Glauben an den Weihnachtsmann hielten.

Wie es sich für einen sozialdemokratischen Bundesminister gehört, appellierte er an die soziale Verantwortung der Unternehmer. Ach, Herr Clement. Es gibt unter dieser Gruppe sicherlich Charakterschweine. Die meisten Unternehmer sind aber durchaus vernünftig. Es gibt manche, denen es aufrichtig Leid tut, dass sie in diesem Jahr leider keine Ausbildungsplätze anbieten können, da die wirtschaftliche Situation es zurzeit nicht zulässt.

Azubis wollen auch echte Euros in der Tasche haben und nicht in „sozialer Verantwortung“ bezahlt werden. Das ist wohl kaum die passende Währung.

Nichtsdestotrotz war der Aktionstag ein voller Erfolg, der Bewerbern einen Markt der Möglichkeiten bot. Jobsuchende bekamen hilfreiche individuelle Tipps zur Optimierung ihrer Bewerbungsmappe, die sie garantiert noch in keinem Bewerbungsbuch lasen, sie konnten sich über neue duale Ausbildungen informieren, lernten clevere Ideen für eine ICH-AG kennen, konnten ihre Geschäftsidee gleich von drei Ausstellern begutachten lassen und in den Erholungspausen leckere Brötchen genießen. Und wer noch keine Geschäftsidee hatte? Null Problemo - er konnte am Gemeinschaftsstand der Handwerkskammer, JUMP und „NEW WAVE, der gründerfreundlichen Hochschule“ seine Geschäftsidee gewinnen und zwar dadurch, dass er ein Los zog. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen...

Beim Ministerrundgang wurde sogar Ihre Bewerbungshelferin etwas nervös; einen Bundesminister begrüßt frau nicht jeden Tag. Er war auch recht freundlich und interessierte sich für unseren Beitrag für Erwerbslose.

Auch, wenn mein Ansatz für mehr Beschäftigung ein anderer ist als der der rot-grünen Bundesregierung - es ist eine gute Sache, dass Wolfgang Clement für das größte Netzwerk gegen Arbeitslosigkeit die Schirmherrschaft übernimmt. Vielen Dank!


Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin

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Aktionstag, Teil 1

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