![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Alle Jahre wieder - gute Vorsätze
Teil 2: Ziele setzen für Realisten
Wenn Sie zu den Leuten gehören, denen diese zwanghaften Positiv-Denker suspekt sind, nehmen Sie Ihre ursprüngliche Zielformulierung wörtlich und fragen sich danach: Was ist denn das Gegenteil von der Aufregung über den Chef? Gelassenheit. Sehr gut! Wann war ich das letzte Mal in meinem Leben in einer kritischen Situation gelassen? Wie genau hat sich das angefühlt? Bevor ich mich so fühlte, was ist vorher passiert? Wie habe ich mich da verhalten und was hat zu diesem Verhalten geführt? Wie habe ich über mich und andere in dieser Situation gedacht? Was davon kann ich in ähnlichen Situationen anwenden?
Als nächsten Schritt überlegen Sie sich, ob das Ziel wirklich Ihr eigenes Ziel ist. Oft verwechseln Menschen ihre selbstbestimmten Ziele mit sozial erwünschten Zielen - wonach man streben sollte, um in der Gesellschaft als ein anständiger Mensch anerkannt zu sein. In den letzten Jahren traten immer mehr Gutmenschen (Coachs, Therapeuten, Psychologen) auf den Plan, die ihren lieben Mitmenschen gern mal Tipps zu einer besseren Lebensführung geben. Dazu gehört Gelassenheit und positives Denken, was das Kabarettistenteam Ganz schön feist dazu veranlasst hat, das Lied Gänseblümchen zu kreieren. Stoische Ruhe galt als Lebensziel. Es würde sich doch nicht lohnen, sich über die Ungerechtigkeiten in der Welt aufzuregen. Davon bekäme man eh nur Magenschmerzen und einen hohen Blutdruck. Ändern könne man die Dinge ohnehin nicht und es wäre besser, sich selbst und andere so anzunehmen wie sie seien. Das zeuge von einer reifen Persönlichkeit, die sich selbst gut managen könne. Wird diese Lebenseinstellung stark durch die Medien verbreitet und sogar als alleinseligmachend propagiert, damit die Tschakka-Trainer und Glücks-Coachs ihre meistens hochpreisigen persönlichkeitsbildenden Seminare an den Mann und natürlich auch an die Frau bringen können, kann das schon Menschen beeinflussen. Hat man als kritischer und nachdenklicher Zeitgenosse tatsächlich eine kleine Psycho-Macke, an der man arbeiten müsse? Hindert man sich sogar selbst am Glück? Schuldbewusst nimmt man sich dann vor, sich nicht mehr aufzuregen oder gelassener zu werden. Das ist übrigens ein schönes Beispiel für ein Ich-sollte-eigentlich-Ziel. |